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Schützengesellschaft 1471 Pfullendorf/Aach-Linz e. V.
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Christoph Sonntag: "Einer isch halt immer d' Seggel"

Aktiver Protest ist nicht mehr aktuell? Egal – man nehme passive Sicherheit! Riesterrente, Rentenraster und Pflegeversicherung bieten keine Perspektiven? Die Lösung liegt in der Altersvorsorge nach dem Lottomodell! Wie diese Alternative funktioniert belegte Christoph Sonntag mit eindeutigen Zahlen und Fakten und machte das Publikum nicht nur durch kleine Gewinnspiele zu Gewinnern.
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Volltreffer!“ präsentierte die Schützengesellschaft Pfullendorf/Aach-Linz den vor allem aus dem Radio bekannten Kabarettisten Christoph Sonntag. Mit Satiren wie „Staatliches Fundamt für peinliche Verluste“ auf Radio7 oder seinen aktuellen Glosse „Jetzt ist Sonntag - so was könntsch im Radio net bringa“ auf SWR3 ist der 43-jährige Schwabe bekannt geworden. In Aach-Linz stellte er sein siebtes und neustes Soloprogramm „das Wort vom Sonntag“ vor und versetzte den gut gefüllten Saal immer wieder in schallendes Gelächter.
Auch wenn Sonntag das neue Programm erst zum fünften Mal vortrug und zusätzlich leicht erkrankt war, waren die Pointen zielsichere Attacken auf die Lachmuskeln der Anwesenden. Bei seiner kritischen Betrachtung der Politik und der Gesellschaft kannte er keine Tabus. Da konnte es schon sein, dass so manche Aussage etwas makaber war, aber manchmal ist die Wahrheit so traurig, dass man schon wieder darüber lachen muss – besonders wenn man diese etwas überspitzt darstellt.
Neben der passiven Sicherheit, die man beispielsweise am geleasten VW Sahran vor der Doppelhaushälfte erkennt, stand die Suche nach Alternativen im Mittelpunkt des Abends. So auch die Altersvorsorge nach dem Lottoprinzip – gleich seriös wie die Rente und auch machbar, wenn es nichts zu erben gibt. Egal auch, dass die Wahrscheinlichkeit vom Blitz getroffen zu werden höher ist, als die Chance den Jackpot zu knacken – Gedanken über die Zukunft braucht man sich bei beiden Fällen nicht mehr machen.
Das symbolische „Wort“, das in großen Buchstaben auf der Bühne aufgestellt war, verführte immer wieder zu kleinen Wortspielen und zog sich durch das ganze Programm. Schließlich war das Ziel des Abends, in Zeiten der Pisa-Studie für mehr Bildung zu sorgen. Deshalb gab es einen fulminanten Kulturkondens, in dem die wichtigsten Werke der Literatur und Musikgeschichte komprimiert wiedergegeben wurden. Dabei griff Sonntag sogar selbst zur Geige und erzählte daneben mit dem Lied „a Stuttgarts man in New York“ musikalisch von seinem Auftritt in New York. Dort traf er auch auf die Berufsgruppe der Altfischveredler, die aus Kräten und Fischköpfen Frisch-Fisch-Sushi herstellen. Der ideale Aufhänger für eine Erzählung von einem Maschinenbauer in der Broadway-Bar und seiner Süßen-Sushi-Sussi.
Bei all seinen Betrachtungen kamen die aktuellen Geschehnisse in der Promi-Welt natürlich nicht zu kurz. Von Prinz Charles und Camilla, über die Hintergründe der Papstwahl bis zu sämtlichen Größen des Politzirkus – alle bekamen ihr Fett weg.
Alles in allem sah das Publikum keinen distanzierten Star, der sein Programm routiniert durchzog, sondern vielmehr eine Persönlichkeit, die den direkten Kontakt zum Publikum sucht, die Gäste mit einbindet und sogar die selbst auf der Bühne gebratenen roten Würste und Flaschenbier im Publikum verteilte. Kein Wunder dass die Gäste in der Schlossgartenhalle dies mit tosendem Beifall belohnten und nur ungern hinnahmen, dass das Programm nach über zwei Stunden schon vorbei sein soll. Für alle, die noch nicht genug hatten gab es im Foyer die Möglichkeit handsignierte Bücher und CD’s zu kaufen und ein paar Takte mit dem Künstler zu wechseln. Doch wie es der Zufall will, hatte er ein Buch weniger dabei als Menschen im Saal waren – und die Moral von der Geschicht: „Einer isch halt immer d’ Seggel!“

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Erstellt am 25.04.2005 22:47 Uhr von Martin Benkler
Zuletzt geändert am 25.04.2005 23:44 Uhr von